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    Die betriebswirtschaftlichen Vorteile vom Leasing

    Leasing - warum es betriebswirtschaftlich von Vorteil ist

    Im Zusammenhang mit einer Gründung werden Anschaffungen notwendig. Diese können etwa von Büroausstattung über Mobiliar bis zu einem Firmenwagen reichen. Hier stehen Gründer immer vor der Entscheidung, ob sie sich für den Kauf oder ein anderes Anschaffungsmodell wie Leasing entscheiden sollten. Leasing kann viele betriebswirtschaftliche Vorteile haben. Dabei geht es längst nicht nur um die steuerliche Behandlung.

    Leasing

    Für Existenzgründer und Unternehmer kann Leasing viele Vorteile bieten / Bildquelle: shutterstock.com, @SFIO CRACHO

    Grundsätzliche Vorzüge von Leasingmodellen

    Viele Gründer sehen im Zusammenhang mit Leasing zunächst die steuerlichen Vorteile. Wird ein Leasingobjekt dem Unternehmer steuerlich zugerechnet, dann kann er Leasingraten als Betriebsausgaben absetzen. Das kann je nach Branche für viele Gründer interessant sein, wenn am Anfang wie etwa bei Freiberuflern noch keine Betriebsausgaben in erheblichen Umfang entstehen.

    Die potenziellen Vorteile von Leasing gehen aber über die steuerliche Betrachtung hinaus.

    Leasing ist in der Bilanz neutral. Es wirkt sich nicht auf das Eigenkapital oder die Verschuldungsrate aus. Es lässt durch den fest abgeschlossenen Leasing-Vertrags sicher kalkulieren. Mit kurzfristigen Änderungen bei der Leasingrate oder der Gesamtkalkulation ist nicht zu rechnen. Die Planungssicherheit erhöht sich. Außerdem setzt es die Nutzung des Leasingobjektes parallel zu den erzielten Einnahmen. Dieses Prinzip wird als "pay as you earn" bezeichnet. So wird verhindert, dass im Vorfeld große Investitionen getätigt werden, die sich erst nach langer Zeit amortisieren. Daneben wirkt sich Leasing positiv auf die Liquidität aus. Die Belastung durch die Leasingraten ist wesentlich kleiner als die Kosten durch einen Erwerb eines Leasingobjektes. Der Leasingnehmer erweitert seinen finanziellen Spielraum, weil er nur die die Leasingraten in seine Liquiditätsplanung aufnehmen muss. Dies kann vertraglich individuell gestaltet werden. So können die Bedürfnisse des Leasingnehmers ebenfalls berücksichtigt werden. Das betrifft unter anderem die Laufzeit und die Höhe der Leasingrate.

    Leasing ist ein verbreitetes Geschäftsmodell. Die Leasingrate bewegt sich in Deutschland mit Stand 2018 bei rund 16 %. Dahinter stehen rund 70 Milliarden Leasing-Investitionen.

    Kann Leasing auch Nachteile haben?

    Bei der Entscheidung, welches Finanzierungsmodell die richtige Alternative für die eigene Gründung ist, müssen immer alle relevanten Aspekte in ihrer Gesamtheit betrachtet werden. Es kann weitere Alternativen zum Leasing geben wie Mietmodelle, die etwa bei Büroausstattung und bei Nutzung von Geräten wie Druckern oder PCs ebenfalls Vorteile haben können.

    Im Zusammenhang mit Leasing können einige Nachteile für auftreten. Der Leasingnehmer wird nicht Eigentümer des Objektes. Nach der Leasingzeit muss es zurückgeben. Gerade bei Fahrzeugen kann es dabei zu einer Abschlusszahlung kommen, wenn der Restwert des Autos betrachtet wird. Die Möglichkeit, das Leasingobjekt nach der Nutzungszeit regulär zu erwerben, besteht meistens nicht. Das kann bei Mietkauf und anderen Modellen in diesem Bereich anders aussehen. Was im Einzelfall günstiger und vorteilhafter ist, sollte sorgfältig kalkuliert werden.

    Die feste Vertragslaufzeit des Leasingvertrages ist nicht nur ein Vorteil. Hier entsteht ein Fixkostenanteil, der nicht vorzeitig gelöst werden kann. Wird das Leasingobjekt nicht ausreichend genutzt, lohnt sich das Leasingmodell nicht. Ein vorzeitiger Ausstieg aus dem Vertrag ist regelmäßig unmöglich. In der Gesamtkalkulation ergibt es sich häufig, dass die Summe der Leasingraten höher ist als eine Finanzierung beim Kauf des Leasingobjektes. Auch hier müssen alle Umstände betrachtet und berechnet werden, um eine Entscheidung treffen zu können, die wirtschaftlich sinnvoll ist. Kommt der Leasingnehmer in Zahlungsschwierigkeiten, drohen ihm die fristlose Kündigung des Leasingvertrages und möglicherweise auch Schadensersatzforderung des Leasinggebers. Er verfügt in diesem Fall nicht über das Eigentum des Leasingobjektes und kann es auch nicht mehr nutzen.

    Leasing ist nicht gleich Leasing

    Es gibt unterschiedliche Arten von vertraglichen Leasingmodellen. Wichtig ist, dass für die gewünschte steuerliche Einordnung beim Leasingnehmer die Vorgaben in den Erlassen des Bundesfinanzministeriums zu beachten sind.

    Operate-Leasing und Finance-Leasing

    Das Operate Leasing zeichnet sich dadurch aus, dass es von seiner vertraglichen Gestaltung her viel Ähnlichkeit mit einem Mietvertrag hat. Hier steht eine kurzfristige Nutzung Fokus. Der Leasing-Vertrag kann jederzeit kurzfristig gekündigt werden. Diese Leasingform eignet sich besonders gut dazu, kurzfristige Engpässe im Vertrieb oder in der Produktion zu überbrücken. Die Finanzierungskosten werden in der kurzen Vertragsperiode beim Leasing-Geber nicht getilgt. Es handelt sich hier um Objekte, die der Leasing-Geber mehrfach verleast.

    Das Finance-Leasing ist das klassische Leasing. Der Vertrag wird mittel- bis langfristig abgeschlossen. Der Leasing-Geber erreicht eine Finanzierung des Leasingobjektes in der Leasingzeit. Diese Verträge sind nicht kurzfristig kündbar. Wichtig bei diesen Verträgen:

    • Der Leasing-nehmer ist regelmäßig für den Werterhalt durch Instandhaltung verantwortlich. Er trägt vollumfänglich das Objektrisiko. Verbrauchsmaterialien muss er selbst finanzieren. Das unterscheidet Leasing unter anderen von Mietmodellen.

    Leasing kann gerade für Gründer eine interessante und betriebswirtschaftlich vorteilhafte Finanzierungsmöglichkeit sein. Im Vorfeld vor Abschluss eines Leasingvertrages sollten aber alle Aspekte gründlich kalkuliert werden.